| 1. Was sind ätherische Öle? | |
| Ätherische Öle sind Pflanzeninhaltsstoffe in hochkonzentrierter Form, die aus Blüten, Blättern, Früchten, Samen etc. gewonnen werden. Sie sind meist flüssig bis zähflüssig. Ihre Farbe ist klar bis braun. Die Bezeichnung ätherisches (von aiter, griech. Hohe Luft) Öl ist streng genommen falsch, denn sie verflüchtigen sich vollkommen - anders als fette Öle (Massageöle), die tatsächlich einen Fettfleck hinterlassen. Hergestellt werden ätherische Öle zum Großteil durch Wasserdampfdestillation der jeweiligen Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Zweige, Wurzel usw. - siehe Gewinnung). | |
| 2. Gewinnung | |
| Ätherische Öle werden auf verschiedene Arten gewonnen: | |
| Wasserdampfdestillation | |
| Die Destillation von Kräutern durch Wasserdampf ist die älteste und zugleich sehr schonende Art der Gewinnung von ätherischem Öl. Hierzu werden die Pflanzenteile in einen großen Behälter (Alambique) über oder in Wasser gegeben und erhitzt. Der aufsteigende Dampf löst die Duft tragenden Öltröpfchen aus den Pflanzenteilen. Die Kondensflüssigkeit (der abgekühlte Dampf) wird durch ein Rohrsystem in ein weiteres Gefäß (Florentinerflasche) geführt. Hier trennt sich nun, dass in der Regel leichtere, ätherische Öl vom Hydrolat (Destillat). | |
| Kaltpressung | |
| Bei der Kaltpressung werden die Fruchtschalen ausgepresst. Anschließend erfolgt die Trennung von Wasser und ätherischem Öl durch zentrifugieren.
Diese Methode wird nur bei Schalenfrüchten bzw. Zitrusfrüchten (Orange, Limette, Bergamotte u. a.) angewendet. | |
| Extraktion | |
| Bei der Extraktion werden die Duftmoleküle mittels eines Lösungsmittels - Alkohol, Hexangas - gewonnen. Als Resinoide (Alkohol) und Absolues (Hexan) werden die Endprodukte bezeichnet. | |
| Enfleurage | |
| Die schonendste Gewinnungsart wird auf Grund der enormen Kosten fast nicht mehr angewendet. Hierbei werden die frischen Blüten (etwa von Jasmin oder Tuberose) auf eine mit Fett bestrichene Platte gelegt. Nach 12 bis 24 Stunden kühler und dunkeler Lagerung werden die Blüten durch neue, frische ersetzt. Dieser Prozess wird bis zu 36 Mal wiederholt. Mittels Alkohol wird dann aus der Pomade das ätherische Öl herausgelöst. | |
| 3. Dosierung | |
| Mischen Sie das ätherische Öl mit einem Basisöl oder geben Sie es in Ihr Pflegeprodukt. Seien Sie bei der Dosierung des ätherischen Öls zurückhaltend!
Für 100 ml Körperöl (Jojobaöl, Mandelöl, Weizenkeimöl, Avocadoöl usw.) sind 10 bis 25 Tropfen ätherisches Öl ausreichend. Bei einem Gesichtsöl (Mandelöl, Jojobaöl usw.) 5 bis 10 Tropfen. In ein Vollbad geben Sie 5 bis 15 Tropfen ätherisches Öl (zuvor mit einem Emulgator - Sahne, Meersalz, Honig, Mulsifan - mischen). Bei Verwendung in einer Duftlampe reichen 2 bis 20 Tropfen eines ätherischen Öls oder eines Duftöls. | |
| 4. Haltbarkeit | |
| Bis auf wenige Ausnahmen sind ätherische Öle mehrere Jahre haltbar. Ähnlich wie Wein erfahren viele Öle - bei entsprechender Lagerung - über die Jahre einen Reifeprozess. Dies gilt zum Beispiel für Vetiver, Sandelholz, Rosenöl. Zitrusöle sollten dagegen nach dem ersten Öffnen des Fläschens innerhalb eines Jahres verbraucht werden. | |
| 5. Lagerung | |
| Eine sachgerechte Lagerung ist lichtgeschützt, dunkel und kühl. Verschließen Sie das Fläschen nach jedem Gebrauch sofort wieder. | |
| 6. Kauf ätherische Öle | |
| Folgende Informationen sollten Ihnen anhand gegeben werden und auf der Verpackung ätherischer Öle zu finden sein: | |
| "100 % reines ätherisches Öl" | nicht: ,,naturidentisch" oder "Duftöl", ,,Parfümöl" |
| die lateinische botanische Bezeichnung der Herkunftspflanze | um Verwechslungen mit anderen Arten zu vermeiden |
| das Ursprungsland (eindeutiger Staat) | da die Öle je nach Herkunft variieren können |
| Angabe des Pflanzenteils aus dem das Öl gewonnen wurde | wenn Varianten möglich sind, da die Wirkung verschieden sein kann (z.B. Blätter, Rinde) |
| die exakte Füllmenge | in ml oder g |
| Angaben über den Anbau | aus kontrolliert-biologischem Anbau, aus Wildsammlung oder aus konventionellem Anbau (rückstandsgeprüft!) |
| das Gewinnungsverfahren | bei Extraktion sollte das Lösungsmittel genannt sein und ob das Öl rückstandskontrolliert ist |
| genaue Angabe des Zusatzes und des Mischungsverhältnisses in Prozent | bei zähflüssigen Ölen (z.B. Benzoe Siam, Mimose oder Tonka), die oft mit Weingeist (Alkohol) oder Jojobaöl versetzt werden, um sie anwendungsfreundlicher zu machen |
| gegebenenfalls ein Trägeröl in Prozent | sehr teure Öle (z.B. Iris) werden auch verdünnt angeboten |
| die Chargennummer (Kontrollnummer) | über die das Öl bei Beanstandungen identifizierbar ist |
Seit 2000 gelten gesetzliche Vorschriften: kindersicherer Verschluss tastbares Warnzeichen (Dreieck) Gefahrensätze Durch den kindersicheren Verschluss und das Warnzeichen sollen Kinder und Sehbehinderte besonders geschützt werden. Die Gefahrensätze geben Ihnen Hinweise was im Notfall (etwa: Ihr Kind hat ätherisches Öl getrunken) zu tun ist. | |
Außerdem sollte das ätherische Öl in dunklen Fläschen (am Besten Glas) verpackt sein. So wird das Öl vor Licht- und Sonneneinstrahlung geschützt. |
| 7. Hinweise |
Hautkontakt |
| Ätherische Öle sind Haut und Schleimhaut reizend. Sie sollten daher nie unverdünnt auf die Haut aufgebracht werden. In jedem Fall sollten Sie bei empfindlicher oder zu Allergien neigender Haut einen Kontakttest machen. Geben Sie hierzu ein wenig mit fettem Öl gemischtes ätherisches Öl in die Armbeuge. Reagiert die Haut mit Rötungen u. ä. sollten Sie auf das ätherische Öl verzichten. |
Vorsicht |
| Verzichten Sie in der Schwangerschaft auf folgende ätherischen Öle: Anis, Muskatellersalbei, Rosmarin, Salbei, Ysop, Wacholder, Thymian, Lorbeer, Estragon. Die Öle sollen abortive Wirkung haben. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Folgende ätherischen Öle erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut: Angelikawurzel, Johanniskraut, Eisenkraut und alle Zitrusöle. Um stritten ist, in wie weit ätherische Öle die Wirkung von homöopathischen Mittel beeinträchtigen. Sprechen Sie ggf. Ihren Therapeuten diesbezüglich an. |
| R- und S-Sätze |
| Alle ätherischen Öle sind gemäß Gefahrstoffverordnung eingestuft. Demgemäß müssen auf der Verpackung die entsprechenden Hinweise für den Notfall (Verschlucken etc.) angebracht sein. Lesen Sie sich diese Hinweise - am Besten vor der ersten Verwendung - durch. So sind Sie informiert und können - sollte einmal etwas Passieren, angemessen und richtig reagieren. (Stand: 10.10.2005) |
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